Interview

Thomas Reisenweber über den Innovationspreis der Deutschen Luftfahrt

Thomas Reisenweber ist Geschäftsführer bei der P3 Group, der Geschäftsstelle des Innovationspreis der Deutschen Luftfahrt (IDL). Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und gemeinsam mit BDLI, BDL, Bitkom, DLR und ZAL rief P3 2016 den IDL ins Leben.

Wie entstand die Idee zum IDL?
Vor vier Jahren wurde die Entscheidung getroffen, zunächst keine neuen Airframes zu entwickeln und die ganze Branche sprach von einem Innovationsstau. Doch die Luftfahrt ist auch außerhalb des Airframes ein innovationsträchtiges Umfeld. Diese Innovationskraft wollten wir der Öffentlichkeit zugänglich machen – so ist die Idee zum IDL entstanden.

Wie ist es gelungen, den Preis in so kurzer Zeit aufzubauen?
Das ist vor allem durch ein starkes Team gelungen. Von Beginn an arbeiten BDLI, BDL und Bitkom als Ausrichter, DLR und ZAL als Unterstützer, Unternehmen als Partner und P3 als Initiator und Geschäftsstelle des IDL eng zusammen.

Und nicht zu vergessen: Die ganze Branche hat ein großes Interesse daran, ihre Innovationskraft zu greifen und zugänglich zu machen. Durch Vernetzungsarbeit ist aus diesem gemeinsamen Interesse schnell etwas gewachsen.

Wie wichtig ist die Zusammenarbeit von Unternehmen, Verbänden und Politik in der Luftfahrt?
Die Luftfahrt in Deutschland ist häufig eine sowohl organisch, als auch politisch gewachsene Industrie. Dadurch sind Denksilos entstanden, die es zu verknüpfen gilt. Die Arbeit der Verbände und der Bundesregierung bringt die Branchenvertreter zusammen und unterstützen so die Entwicklung der Branche, auch über den IDL hinaus. Beispielsweise fördert der Bitkom die digitale Transformation der Luftfahrtindustrie dadurch, dass er Vertreter unterschiedlicher Industrien zu einem Erfahrungsaustausch zusammenbringt.

Was sind die Ziele des IDL?
Das Ziel des IDL ist die Stärkung der Innovationskraft in der Branche und insbesondere am Standort Deutschland. Außerdem möchten wir sicherstellen, dass dem Menschen – also zum Beispiel dem Passagier oder dem Werker in der Halle – klar wird, was Innovation in der Luftfahrt für ihr tägliches Leben bedeutet.

Wie kann ein Preis die Innovationskraft einer Branche fördern?
Die Verleihung ist am Ende eine schöne Sache jedes Jahr. Viel wichtiger ist der Austausch auf dem Weg dahin, genau hier setzt auch die Unterstützung von P3 an. Das Netzwerk aus Politik, Verbänden, etablierten Unternehmen und Startups ermöglicht es den Branchenvertreter, die eigenen Denksilos zu verlassen und gemeinsam neue Ideen zu entwickeln.

Die Aufmerksamkeit durch den Preis hilft besonders jungen Unternehmen, erfolgreich zu werden. Beispielsweise gewann die Mitflugzentrale Wingly vergangenes Jahr die Kategorie „Start-up“ und ist heute ein erfolgreiches Unternehmen. Ich glaube, dass unter anderem der IDL ein wichtiger Impuls für diese Entwicklung war.

 

Das Interview führte Lea Martens